Ein Welpe zieht ein und plötzlich dreht sich erstaunlich viel im Leben um eine einzige Frage:

Muss er vielleicht raus?

Man entwickelt in kürzester Zeit einen Blick für Dinge, die einem vorher völlig egal waren.

Warum schnüffelt er da so auffällig?
Warum läuft er plötzlich im Kreis?
Warum schaut er mich so komisch an?
War das jetzt nur ein Gähnen oder ist das schon ein Zeichen? 😄

Bei Bruno habe ich irgendwann gemerkt, wie schnell man als Hundemensch anfängt, jedes kleine Verhalten zu analysieren. Gerade in der ersten Zeit möchte man natürlich alles richtig machen und bloß keine wichtigen Signale verpassen.

Beim Thema Stubenreinheit hilft aber vor allem eins: Ruhe bewahren.

Ein Welpe macht nicht absichtlich in die Wohnung

Das finde ich wirklich wichtig.

Ein kleiner Welpe kann seine Blase noch gar nicht so kontrollieren wie ein erwachsener Hund. Er muss erst lernen, wo er sich lösen soll und gleichzeitig körperlich überhaupt dazu in der Lage sein, länger einzuhalten.

Wenn also ein kleines Malheur passiert, bringt Schimpfen überhaupt nichts.

Der Welpe denkt sich nicht:

„Heute mache ich meinen Menschen mal richtig wahnsinnig und setze mich mitten ins Wohnzimmer.„

Er musste einfach.

Bei Bruno kennt man dieses völlig unschuldige Hundegesicht ja auch. Manchmal schaut ein Hund einen an, als hätte er mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun. 😄

Es gibt typische Momente, in denen es schnell gehen muss

Mit der Zeit bekommt man ziemlich schnell ein Gefühl dafür, wann ein Welpe wahrscheinlich raus muss.

Besonders aufmerksam würde ich sein:

🐾 direkt nach dem Schlafen
🐾 nach dem Fressen
🐾 nach dem Trinken
🐾 nach wildem Spielen
🐾 wenn er plötzlich unruhig wird
🐾 wenn er intensiv am Boden schnüffelt
🐾 wenn er anfängt, sich im Kreis zu drehen

Gerade nach dem Schlafen würde ich wirklich nicht lange überlegen.

Augen auf, Welpe hoch und raus.

Die Jacke kann im Zweifel warten. 😄

Lieber einmal zu oft raus als einmal zu wenig

Am Anfang bin ich ganz klar Team lieber einmal mehr vor die Tür.

Natürlich möchte niemand das Gefühl haben, den ganzen Tag nur zwischen Wohnzimmer und Haustür zu pendeln. Gerade in den ersten Wochen kann es aber genau so wirken.

Das wird besser.

Ein regelmäßiger Rhythmus hilft unglaublich.

Bei Bruno habe ich sowieso gemerkt, wie viel leichter viele Dinge werden, wenn der Alltag ein bisschen Struktur hat. Hunde orientieren sich stark an Abläufen. Je vorhersehbarer bestimmte Dinge werden, desto leichter können sie sich darauf einstellen.

Mir wäre es deshalb immer lieber, draußen fünf Minuten völlig umsonst herumzustehen, als anschließend drinnen mit Küchenrolle auf dem Boden herumzurutschen.

Wenn es draußen klappt, darf man sich ruhig freuen

Wenn der Welpe sich draußen löst, darf er ruhig merken, dass das genau richtig war.

Ein freundliches Lob, ein Leckerli oder einfach ehrliche Freude reichen völlig.

Man muss daraus keine komplette Feier machen.

Wobei man sich innerlich manchmal ungefähr so fühlt, als hätte der Hund gerade einen wichtigen Schulabschluss geschafft. 😂

Die Belohnung sollte möglichst direkt kommen. So kann der Welpe leichter verstehen, wofür er gerade gelobt wird.

Wenn drinnen doch etwas passiert

Es passiert.

Wirklich.

Auch wenn man noch so gut aufpasst.

Manchmal reicht ein Telefonat, ein Paketbote oder zwei Minuten Unaufmerksamkeit und schon hat der Welpe genau den Moment erwischt.

Wenn man ihn direkt dabei sieht, kann man ihn ruhig unterbrechen und nach draußen bringen.

Ist das Malheur schon passiert, würde ich es einfach kommentarlos wegmachen.

Schimpfen bringt im Nachhinein sowieso nichts.

Der Welpe kann die schlechte Stimmung nicht mit etwas verbinden, das für ihn schon längst vorbei ist.

Außerdem möchte man nicht, dass der Hund irgendwann Angst bekommt, sich in der Nähe seines Menschen zu lösen.

Die Stelle richtig sauber machen

Das klingt erstmal nicht besonders spannend, gehört aber unbedingt dazu.

Hunde riechen Dinge, die wir schon längst nicht mehr wahrnehmen.

Wenn eine Stelle noch nach Urin riecht, kann sie schnell wieder interessant werden.

Aus Sicht des Welpen ist das dann möglicherweise einfach:

„Ah, hier war doch schon mal meine Toilette.„

Nicht ganz das, was man erreichen möchte. 😅

Deshalb solche Stellen möglichst gründlich reinigen und den Geruch nicht nur überdecken.

Nachts kann es ein bisschen anstrengend werden

Die ersten Nächte mit einem Welpen können durchaus spannend sein.

Manche schlafen relativ schnell mehrere Stunden am Stück. Andere melden sich häufiger.

Wenn der Welpe nachts unruhig wird, fiept oder plötzlich herumläuft, würde ich lieber einmal kurz mit ihm rausgehen.

Dabei würde ich aber möglichst wenig Action daraus machen.

Keine Spieleinheit, kein langer Spaziergang und bitte keine große Unterhaltung mitten in der Nacht.

Kurz raus, Geschäft erledigen und wieder zurück.

Sonst findet der kleine Hund die nächtlichen Ausflüge vielleicht irgendwann ziemlich großartig. 😄

Kleine Rückschritte gehören einfach dazu

Das kennt wahrscheinlich fast jeder.

Ein paar Tage läuft alles wunderbar und man denkt:

„Jetzt haben wir es!“

Am nächsten Morgen liegt dann plötzlich wieder eine Pfütze da.

Das bedeutet nicht, dass alles wieder bei null anfängt.

Neue Situationen, viel Aufregung, Besuch, ein anderer Tagesablauf oder einfach ein Moment, in dem der Mensch zu langsam war, können völlig ausreichen.

Bei Bruno merke ich heute noch, wie sehr Aufregung und neue Situationen Verhalten beeinflussen können.

Hunde sind eben keine Maschinen.

Zum Glück.

Was mir bei solchen Themen am meisten hilft

Ich finde, viele Dinge werden entspannter, sobald man nicht nur das einzelne Problem betrachtet.

Beim Welpen hängt so viel miteinander zusammen.

Schlaf, Futter, Spiel, Ruhe, Aufregung, Bewegung und natürlich die Zeiten, zu denen er raus muss.

Wenn man beginnt, diese Dinge etwas strukturierter zu sehen, wird der Alltag oft viel vorhersehbarer.

Das hilft nicht nur dem Hund.

Ganz ehrlich, es hilft vor allem auch dem Menschen. 😄

Plötzlich hat man nicht mehr das Gefühl, den ganzen Tag nur auf das nächste kleine Chaos zu warten.

Stubenreinheit ist meistens nur eine von vielen Baustellen

In der ersten Zeit kommt ja selten nur ein Thema auf einen zu.

Der Welpe soll stubenrein werden.

Er soll seinen Namen lernen.

Er soll zur Ruhe kommen.

Er soll irgendwann alleine bleiben können.

Leine laufen wäre auch ganz nett.

Natürlich soll er bitte nicht alles fressen, was draußen herumliegt.

Menschenhände sind außerdem kein Kauspielzeug.

Da kann man schon mal das Gefühl bekommen, dass man eigentlich noch eine zusätzliche Ausbildung braucht, nur um einen Welpen großzuziehen. 😂

Genau deshalb finde ich einen klaren roten Faden so hilfreich.

Warum mir ein strukturierter Welpenkurs geholfen hat

Mir hat es geholfen, nicht ständig einzelne Tipps aus zehn verschiedenen Ecken zusammensuchen zu müssen.

Ein strukturierter Kurs gibt einem einfach mehr Orientierung.

Man kann sich die Themen in Ruhe anschauen und Schritt für Schritt umsetzen.

Gerade am Anfang fand ich das angenehm, weil man ohnehin schon genug im Kopf hat.

Bei Bruno habe ich immer wieder gemerkt, wie wichtig es für mich ist, zu verstehen, warum etwas passiert und nicht nur irgendeinen Tipp nachzumachen.

Genau das gibt einem viel mehr Sicherheit.

Mein Tipp für die erste Zeit mit deinem Welpen 🐾

Wenn du gerade selbst einen Welpen zuhause hast und dir einen etwas klareren Plan für die ersten Wochen wünschst, kannst du dir den Welpenkurs anschauen, den ich auf meiner Empfehlungsseite verlinkt habe.

Mir hat dieser strukturierte Aufbau geholfen, viele kleine Themen nicht mehr als riesigen Berg zu sehen.

Eins nach dem anderen reicht völlig.

Kleine Transparenz: Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate Link. Wenn du darüber etwas kaufst, kann ich eine Provision erhalten. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.

Mein Fazit

Stubenreinheit braucht meiner Meinung nach vor allem drei Dinge:

Geduld, Aufmerksamkeit und eine ordentliche Portion Küchenrolle. 😂

Ein guter Rhythmus, regelmäßiges Rausgehen und Lob für die richtigen Momente machen schon unglaublich viel aus.

Mach dir keinen unnötigen Druck.

Irgendwann kommt dieser Tag, an dem dir plötzlich auffällt, dass schon seit Ewigkeiten kein Malheur mehr passiert ist.

Dann denkt man kurz:

„Ach, stimmt. Das war ja auch mal ein Thema.“

Die nächtlichen Ausflüge vermisst man trotzdem nicht. 🐶💚

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